In Schweden war damals kein Raum für buddhistische Nonnen, also ging ich.

In Schweden war damals kein Raum für buddhistische Nonnen, also ging ich.

Karin ist in Kopan angekommen, es ist 1973.

„Alles, woran ich mich aus meinem ersten Kurs erinnere, waren die langen Karma-Geschichten, die für mich einen Sinn ergaben. Aber das Beste sollte noch kommen: Rinpoches Aufrichtigkeit, die Reinheit seines Geistes und seine aufrichtige Lebensweise war großartig. Lama Rinpoches Unterricht wurde sofort sehr persönlich. Ich saß oft hinten und kam vielfach zu spät, und ich dachte, sie würden mit mir reden, meine Lebensprobleme ansprechen und mir Ratschläge geben, wie ich sie lösen könnte, indem ich Dharma praktiziere. Lama Yeshes liebende Freundlichkeit half uns, an uns selbst und an unser Potential als Menschen zu glauben. Als er über “die Projektion unseres dualistischen Geistes” sprach, wusste ich genau, was er meinte. Ich hatte gefunden, wonach ich suchte – den Dharma – und ich wollte mehr wie Rinpoche und Lama werden.

Wir bekamen tägliche Lehren von den älteren Mönchen, deren aufrichtige Reinheit des Geistes und echte Lebensweisheit mich wirklich berührte, besonders die von Lama Zopa Rinpoche und Lama Yeshe, zwei erstaunlichen Menschen und die Gründer des Klosters. Geschichten über Karma ließen mich an mich selbst und an mein eigenes Potential glauben, mein Leben und das Böse darin zu verändern, indem ich sie alle Themen wie die „Projektion des dualistischen Verstandes“ https://www.lamayeshe.com/article/chapter/light-dharma-chapter-four, die Theorie der Vergänglichkeit und Reinkarnation, als das hörte sich einfach nach gesundem Menschenverstand an.

Ich fand, was ich suchte: Dharma

Gegen Ende des Kurses beschloss ich zu bleiben und an einem weiteren einmonatigen Meditations-Retreat teilzunehmen.

Obwohl Josef abreiste und ich nur noch wenig Geld übrig hatte, begann ich ein neues Kapitel in meinem Leben.

Gemeinsam mit ein paar Leuten aus der Western World starteten wir unsere kleine Community und Kopan wurde mein spirituelles Zuhause. Ein enormes Gefühl der Zugehörigkeit begann und zu der Zeit realisierte ich wohl, dass es meine Bestimmung ist eine buddhistische Nonne zu werden.

Auf der anderen Seite waren wir nur ein Haufen westlicher Hippies, die von jungen tibetischen Mönchen angeleitet wurden. Alles, das wir taten, war, Dharma zu praktizieren und dabei eine Menge Spaß zu haben. Eine große Menge Spaß. Schließlich wurde es Zeit, nach Hause zu fahren um mit meinen Eltern zu sprechen, sie um Erlaubnis zu fragen. Sie waren entsetzt. Natürlich waren sie entsetzt, welches Elternpaar wäre dies nicht?

Aber sie waren sehr gute Menschen und ich bin sicher, dass sie mich besser kannten, als ich mich selbst damals kannte. Wenn ich jetzt daran denke, ich hätte meiner Tochter nicht erlaubt, einen solchen Weg zu gehen, aber so waren sie nicht. Sie waren sehr intuitive Menschen. Ich glaube, sie haben mir vertraut und das gab mir das Vertrauen in die Freiheit mein Leben zu leben.

Ich ging also zurück nach Nepal und hielt regelmässig in Briefen Kontakt zu meinen Eltern.

The whole world change for you, if you change your mind

Karin Valham

In Schweden fühlte ich mich eh wie eine Außenseiterin, eine Verrückte mit rasiertem Kopf, die eine rote Robe trägt.

Niemand wartete darauf und das machte mich einsam und ich fühlte mich nicht akzeptiert. In Schweden war damals kein Raum für buddhistische Nonnen, also ging ich.

In den fünf Jahren danach entschied mein Vater, mich finanziell zu unterstützen, was mein Leben sehr vereinfachte, denn so konnte ich um die Welt zu reisen und mein Wissen erweitern. Ich studierte in Dharmsala in Indien und ging nach Australien für zweieinhalb Jahre. Sogar meine Lehrer lud ich nach Schweden eine, um ihnen zu zeigen, wo ich geboren wurde. Aber wo immer ich war, immer hatte ich Heimweh nach Nepal. Jedes Mal weinte ich buchstäblich, wenn ich Kopan verlassen hatte und ich zähle die Tage bis zur Heimkehr.

Deine Lehrer werden irgendwann zu denen besten Freunden. Wenn du so viele Jahre zusammen meditierst, geschieht etwas Magisches auf einer tieferen Ebene. . . Der Grad der Aufrichtigkeit war auch völlig neu für mich, es gibt keine versteckten Agenden und du kannst dich auf sie dein ganzes Leben verlassen. Was auch immer passiert, sie werden dich niemals verlassen, niemals.

Es ist, als ob sie eine Kette von Liebe und Mitgefühl haben und wenn man an dieser festhält, wird man dich nie fallen lassen und sie richten dich auf und auf und auf, wann immer du es brauchst.

Wenn ich zurückblicke: es war nicht immer einfach

40 werden zum Beispiel ist ein großes Ereignis im Leben der Mönche und Nonnen, ein „Tipping point“. . . . fast alle von ihnen denken darüber nach zurück in das normale Leben zu gehen, einige haben plötzlich das Gefühl, dass sie in diesem Alter einen Ehemann oder eine Ehefrau haben sollten”.

Es gibt wohl eine „Midlife Crisis“ für jeden, auch für Mönche und Nonnen, ha ha!

Karin lacht.
Nächste Woche: Warum die Rückkehr in ein „normales Leben“ keine Option ist, ausserdem mein sehr persönliches Resümee und: ein paar kritische Fragen an euch!

 

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