Wie ein 24-jähriges schwedisches Mädchen eine buddhistische Nonne wurde.

Wie ein 24-jähriges schwedisches Mädchen eine buddhistische Nonne wurde.

In der Schule hatte ich eine fantastische Französisch-Lehrerin, die uns nicht nur die Sprache, sondern auch die Liebe zu Land und Kultur lehrte.
Später wünschte ich mir oft einen MentorIn im Job oder eine besonders anregende Führungskraft. Solche Menschen fand ich eher in meinem sportlichen Umfeld.

Es gibt sie nicht oft. Menschen, die inspirieren. Menschen, die bewegen. Aber wenn man jemanden findet, sollte man diese Kraft nutzen. Und das ist der Grund, warum ich Karin´s Geschichte mit euch teilen möchte.

Denn das, was Karin mir in Kopan bei Kathmandu, Nepal, mitgegeben hat, ist einzigartig. Lasst mich die Story erzählen…..

Karin Valham ist Schwedin und 1971, also Anfang 20, ins Kloster nach Kopan gekommen. Was für eine charismatische Frau!

Nach einer Reise durch Südostasien nach Nepal stolperte sie 1974 über ein Foto eines “exquisite Thangka” von Buddha Shakyamuni in einem Fotoladen in der Nähe der Freak Street, dem bekannten Treffpunkt für Hippies und Reisende in Kathmandu in den 1970ern. Die Schwedin ergriff die Chance auf einen Meditationskurs in „Kopan Hill“ und empfand dies als die “schönste Erfahrung” ihres Lebens. Sie würde nur ein Jahr später eine Nonne werden.

Es war alles sehr verwirrend.

„Nach einer etwa anderthalb Jahre andauernden Reise durch Südostasien in den Jahren 1973-74 – durch Sri Lanka, Indien, Bangladesh, Thailand, Malaysia, Indonesien und Australien – endete ich in einer Höhle unter den Hippies am Lamaro Beach in Darwin . Von dort aus folgte ich einem ausgetretenen Pfad nach Nepal, auf dem, wie ich dachte, ich nach Schweden zurückkehrte. Meine Reise, die ursprünglich nur sechs Monate dauern sollte, wurde wieder verlängert. Ich suchte nach etwas, das ich in der Außenwelt nicht finden konnte. Es war alles sehr verwirrend.

Als wir mit dem Bus von Indien nach Kathmandu kamen, wurden wir von einem Rikschafahrer in ein Zimmer neben der großen Stupa in Thahity Chowk gebracht. Das Zimmer war nicht gut und ohne Dusche, aber ich mochte es aufgrund des Ausblicks auf die Stupa. Ich hatte den Anblick von Buddha-Bildern von Beginn meiner Reise an genossen, als ich in Sri Lanka landete und meine erste Buddha-Statue in Lebensgröße sah, der alle anlächelte“.

Zurück ins Jahr 2018, zurück nach Kopan, wo eine immer noch jammernde Hamburgerin versucht, den Kopf freizukriegen.

Das Sitzen auf dem Boden in der Gompa ist sehr anstrengend. Mein Rücken, meine Beine, alles tut weh. (Schon wieder ertappe ich mich beim Jammern). Der Meditieren fällt schwer, kein Wunder, wenn man immer nur denkt „das tut weh, wie soll ich bloss sitzen“ – aber Moment, ich soll ja nicht denken….herrje, wie schalte ich diese Schmerzen aus? Ich versuche, Kopf und Körper mental ruhig zu stellen.

Im Teaching wurde Mitgefühl gelehrt. Wir müssen mehr für andere tun. Es wird leichter im Kopf… es stellt sich insgesamt ein Gefühl der Leichtigkeit ein. Hin und wieder habe ich diese erhellenden Momente in der Meditation, in denen plötzlich alles echt wird.

Plötzlich während einer Meditation schleicht sich ein Trigger ein. Pranayama – wir atmen je abwechselnd dreimal durch das rechte und dreimal durch das linke Nasenloch. Wir atmen aus: Verlangen, Wut und Ärger und zum Schluß Ignoranz. Bei Wut und Ärger fällt ein Satz „The fear of not being enough“ – die Angst, nicht zu genügen. Ich atme das aus, aber es macht was mit mir. Tränen steigen hoch, ich muss weinen. Ist dies so sehr mein Thema? Ich will diese alten Gefühle nicht mehr. Jahrzehntelange Lasten. Ich lasse dies alles hier (wenn das so einfach wäre). Wem soll ich eigentlich genügen? Doch bitte nur mir. Breath. Let go. I AM ENOUGH!

Das Schwierige ist für mich nicht die Erkenntnis. Das Schwierige ist für mich die Verinnerlichung

Wie schaffen Mönche und Nonnen dies? Wie halten Sie an ihrer Berufung fest, was sind ihre inneren Schwierigkeiten? Lest nächsten Mittwoch weiter, wie es Karin auf dem Weg ihrer Berufung ergangen ist. Folgt mir auf Facebook und Instagram und lest, wie es weitergeht.

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